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Ich sitze dann mal auf dem Baum...

Was?? Warum das denn?? Ja, diese Geschichte bzw. Erklärung habe ich vor vielen Jahren gehört und sie begleitet mich seit dem. Sie erklärt, warum wir uns wie fühlen und welche Prozesse im Körper automatisch ablaufen.


Also die Geschichte: Ganz früher, als wir noch in einer Höhle gelebt haben, kam der eines Tages wie so oft der Hunger und so mussten wir unsere sichere Höhle verlassen, um uns Essen zu beschaffen.

Wir sind also raus in die "freie Wildbahn" auf der Suche nach Essen. Während wir noch überlegen, was wir wohl zu Essen finden, kommt von hinten ein Tiger angerannt und freut sich, dass er sein Mittagessen gefunden hat - uns. Wir rennen weg. Voller Adrenalin und Angst. In dem Moment können wir viel schneller rennen, viel länger aushalten als wir eigentlich gedacht haben. Unser System schaltet um auf "ich muss überleben" und schaltet einige anderen Dinge aus.

Dieses Rennen machen wir ganz gut. Weil wir eben ausblenden, dass wir auf die Toilette müssen oder dass wir Knieschmerzen haben. Das ist jetzt nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir davon kommen und überlegen. Also schaltet unser Körper um auf "Überleben ist wichtig". Wir rennen und dann... da vorne die Rettung! Ein Baum. Wir klettern den Baum hoch, setzen uns auf einen Ast und gefühlt grinsen wir den Tiger an. Er hat uns (dieses Mal) nicht erwischt.

Dann, da oben auf dem Baum sitzend, kommt der Körper zur Ruhe. Er schaltet um. Adrenalin runter und Entspannung rauf. Ja, wir sind in Sicherheit. Nun kann der Körper sich wieder anderen Dingen widmen. Ach ja, der Drang für die Toilette und das Knie melden sich. Dazu kommt die Erschöpfung. Gefühlt tut alles weh und wir sind oft sehr k.o. Klar, das Rennen war lang und anstrengend. Vergleiche es wie mit einem Marathon. Da ist es nach dem Zieleinlauf auch erst einmal so. Dieses Rennen können wir auch mit unserem Alltag vergleichen. Unser Chef, der eigene Anspruch, das Geld, die Eltern - wer auch immer Dein Tiger ist (oder vielleicht hast Du auch gerade mehrere hinter Dir...) Du kennst das Gefühl "durchhalten zu müssen", oder? Dann kommt der Urlaub oder die Rente.

Ein paar Tage oder 1-2 Wochen später kommt die echte Ruhe - das auf dem Baum sitzen. (Viele werden im Urlaub krank, nicht davor oder danach.... Da müssen sie ja wieder rennen). Du bist total erschöpft und wunderst Dich, denn jetzt gerade ist doch gar nichts los... (Klar, Du sitzt ja auf dem Baum - das ist los...).


Verstehe, dass jetzt die Erschöpfung kommen muss. Tatsächlich gibt es eine Statistik darüber, dass viele Männer kurz nach Renteneintritt krank werden / Herzinfarkt haben, weil sie da das erste Mal richtig auf dem Baum sitzen - und nichts mehr funktionieren "müssen".


Das kennst Du vielleicht, dass Du in einer besonderen Stress-Situation nicht gemerkt hast, wie oder das es Dir schlecht geht - aber hinterher um so mehr.


So, und nun? Erkenntnis daraus ist: Setze Dich in Deinem Alltag öfters mal zwischendurch auf den Baum. Heißt: Mache kleine, gute Pausen - echte Pausen. Also nicht mit dem Handy in der Hand, sondern "los-lass-Pausen" für den Kopf und den Körper. Fühle, wo Du angespannt bist und lasse bewusst los.


Dafür hast Du keine Zeit, denkst Du gerade? Dann sage ich: Nimm sie Dir, wenn Du Langstrecke möchtest. Du musst "kein om" dafür machen, Dir keine Kerze anmachen und kein Aufstand veranstalten. Es muss sich für Dich nur wie eine Pause vom Alltags-Wahnsinn anfühlen.


Finde heraus, was diese "ich sitze auf dem Baum - Zeit" für Dich ist. Was machst Du dann? Was fühlt sich danach an?


Ideen für so eine Pause: Atmen (kein Scherz - einige Minuten bewusst atmen bringt seeehr viel)

Lachen

Kaffee oder Tee trinken - ohne andere Beschäftigung nebenbei

5 Minuten in die Natur gehen

Barfuß laufen

Kurz auf den Fußboden legen

Hinsetzen, rausgucken und nichts tun Und wenn jemand doofe Fragen stellt antworten:

"Ich lade meinen Akku auf - solltest Du auch mal probieren. Tut GUT!"


Und zum Schluss: Warum? Weil Pausen sinnvoll sind. Sowohl beim Marathonlauf als auch in Deinem Leben. Weil wir in den Pausen Kraft tanken für den nächsten Abschnitt.

Weil wir keine Durcell-Hasen sind.

Weil wir eh immer den Drang haben "weiterzumachen" - das aber ohne eine vernünftige "Work-Live-Balance" nicht funktioniert. Norddeutsch: Wenn der Akku leer ist, ist Pause. Punkt.


Liebe Grüße und viel Spaß auf dem Baum


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